Verfasst von Lukas Bachmann
PK-Einkauf 2026: Lohnt er sich dieses Jahr noch?
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Ein Einkauf in die Pensionskasse lohnt sich vor allem dann, wenn dein Grenzsteuersatz hoch ist und du das Geld in absehbarer Zeit beziehst. Wer in zehn Jahren oder früher in Pension geht, fährt mit einem Einkauf meist gut. Wer erst in 25 oder 30 Jahren an das Geld kommt, ist mit einer freien Anlage oft besser bedient. Ob du für 2026 noch einzahlen solltest, hängt also an drei Zahlen: deinem Grenzsteuersatz, den Jahren bis zum Bezug und der Verzinsung deiner Kasse. Die Zahlung muss bis Ende Dezember bei der Pensionskasse eingehen, viele Kassen verlangen sie schon Anfang Dezember.
Jedes Jahr ab Oktober bekommen wir dieselbe Frage: "Soll ich dieses Jahr noch in die Pensionskasse einzahlen?" Meist steht ein Betrag im Raum, den die Kasse auf dem Vorsorgeausweis als Einkaufspotenzial ausweist, und eine Steuerersparnis, die auf den ersten Blick gross wirkt. Ich zeige dir hier, wie du die Frage für dich selbst beantwortest, mit einer einfachen Rechnung und einem Rechner, in den du deine eigenen Zahlen eingibst.
Was ist ein PK-Einkauf?
Mit einem Einkauf zahlst du freiwillig Geld in deine Pensionskasse ein, um eine Lücke zu schliessen. Die Lücke entsteht, wenn dein heutiges Altersguthaben kleiner ist als das, was du mit deinem aktuellen Lohn nach dem Reglement deiner Kasse haben könntest. Typische Gründe sind Lohnerhöhungen, Jahre im Ausland, Teilzeit, eine Weiterbildung oder eine Scheidung. Wie gross deine Lücke ist, steht auf dem Vorsorgeausweis oder du fragst die Kasse direkt an.
Der Einkauf ist vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar, beim Bund und im Kanton. Dafür ist das Geld bis zur Pensionierung gebunden und wird beim Bezug noch einmal besteuert, allerdings getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem tieferen Satz. Genau in dieser Differenz liegt der Vorteil, und genau deshalb ist die Antwort nicht für alle gleich.

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Termin wählenDer Hebel: dein Grenzsteuersatz
Wie viel Steuern du sparst, bestimmt nicht dein durchschnittlicher Steuersatz, sondern dein Grenzsteuersatz: der Satz, mit dem dein zuletzt verdienter Franken besteuert wird. Ein Einkauf senkt dein steuerbares Einkommen von oben, also fällt genau dieser teuerste Teil weg.
Ein einfaches Beispiel: Bei einem Grenzsteuersatz von 25 % sparst du auf jede CHF 1'000, um die dein steuerbares Einkommen sinkt, CHF 250 auf der Steuerrechnung. Kaufst du dich mit CHF 1'000 in die Pensionskasse ein, kostet dich das nach Steuern also nur CHF 750.
| Steuerbares Einkommen | Grenzsteuersatz, Richtwert | Ersparnis bei CHF 10'000 Einkauf |
|---|---|---|
| CHF 80'000 | rund 25 % | rund CHF 2'500 |
| CHF 100'000 | rund 28 % | rund CHF 2'800 |
| CHF 150'000 | rund 35 % | rund CHF 3'500 |
| CHF 200'000 | rund 39 % | rund CHF 3'900 |
Richtwerte für die Stadt Zürich, alleinstehend, ohne Kirchensteuer, Bund, Kanton und Gemeinde zusammen, gerundet. Verheiratete liegen bei gleichem Einkommen tiefer, andere Gemeinden und Kantone teils deutlich darüber oder darunter. Deinen genauen Satz zeigt der Steuerrechner der ESTV.
Eine Einschränkung gilt immer: Die Ersparnis fällt nur an, solange der Einkauf in deiner höchsten Progressionsstufe bleibt. Ein sehr grosser Einkauf in einem einzigen Jahr drückt dich in tiefere Stufen, der letzte Franken spart dann weniger. Deshalb ist es oft sinnvoller, eine grosse Lücke über mehrere Jahre zu verteilen.
Die eigentliche Frage: Welche Rendite bringt dir der Einkauf pro Jahr?
Viele Rechnungen hören bei der Steuerersparnis auf. Das greift zu kurz, denn die Ersparnis von heute muss über alle Jahre bis zum Bezug reichen, und am Ende geht ein Teil als Kapitalleistungssteuer wieder weg. Wer den Einkauf mit einer anderen Verwendung des Geldes vergleichen will, muss ihn deshalb in eine Rendite pro Jahr umrechnen. Für den Überschlag reicht diese Faustregel:
An der Formel sieht man sofort, worauf es ankommt. Der Steuervorteil wird durch die Anzahl Jahre geteilt. Je länger das Geld gebunden ist, desto stärker verdünnt er sich, bis am Ende fast nur noch die Verzinsung der Kasse übrig bleibt. Diese lag 2025 im Durchschnitt mit 4,3 bis 4,7 Prozent ungewöhnlich hoch, gesetzlich garantiert sind im obligatorischen Teil für 2026 aber nur 1,25 Prozent. Für lange Zeiträume rechnen wir deshalb vorsichtig mit rund 2 Prozent.
| Jahre bis zum Bezug | 3 | 5 | 10 | 15 | 20 | 30 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grenzsteuersatz 25 % | 9,6 % | 6,5 % | 4,2 % | 3,5 % | 3,1 % | 2,7 % |
| Grenzsteuersatz 30 % | 12,1 % | 8,0 % | 4,9 % | 4,0 % | 3,5 % | 3,0 % |
| Grenzsteuersatz 35 % | 14,9 % | 9,6 % | 5,7 % | 4,5 % | 3,8 % | 3,2 % |
| Grenzsteuersatz 40 % | 18,0 % | 11,3 % | 6,6 % | 5,0 % | 4,3 % | 3,5 % |
Rendite pro Jahr auf den Betrag, den dich der Einkauf nach Steuern kostet. Annahmen: Verzinsung 2 % pro Jahr, Kapitalleistungssteuer 7 % beim Bezug. Grün: höher als 4 % pro Jahr, ein Richtwert für eine breit gestreute freie Anlage nach Steuern und Kosten.
Die Tabelle zeigt das Muster, das wir in der Beratung immer wieder sehen. Kurz vor der Pensionierung ist ein Einkauf eine der rentabelsten Verwendungen für freies Geld, die es in der Schweiz gibt. Mit 30 Jahren bis zum Bezug ist er dagegen ein langfristig gebundenes, eher tief verzinstes Sparkonto mit einem Steuerbonus, der sich über drei Jahrzehnte verteilt.
Rechner: Lohnt sich dein Einkauf?
Gib deine eigenen Werte ein. Der Rechner vergleicht den Einkauf mit der Alternative: Du zahlst nicht ein, zahlst dafür die Steuern und legst den Rest selbst an.
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Termin wählenZwei Beispiele: jung und kurz vor der Pension
Beide Personen haben dieselbe Frage im Oktober 2026. Die Antwort fällt gegensätzlich aus, obwohl beide gut verdienen.
- Einkauf 2026
- CHF 20'000
- Steuerersparnis
- CHF 6'000
- Wert mit 65 nach Steuern
- CHF 34'400
- Freie Anlage, CHF 14'000 zu 4 %
- CHF 47'200
- Rendite des Einkaufs
- 2,9 % pro Jahr
Eher nein. Der Steuervorteil verteilt sich über 31 Jahre. Dazu kommt: Plant Lea in den nächsten Jahren eine Wohnung, blockiert ein Einkauf den Vorbezug für drei Jahre.
- Einkauf 2026
- CHF 40'000
- Steuerersparnis
- CHF 14'400
- Wert mit 65 nach Steuern
- CHF 43'600
- Freie Anlage, CHF 25'600 zu 4 %
- CHF 35'000
- Rendite des Einkaufs
- 6,9 % pro Jahr
Eher ja. Bei einer grösseren Lücke verteilt Markus den Einkauf auf mehrere Jahre bis spätestens 62, damit jeder Betrag in einer hohen Progressionsstufe abgezogen wird und die Sperrfrist vor dem Kapitalbezug abläuft.
Annahmen wie in der Tabelle oben: Verzinsung 2 %, Kapitalleistungssteuer 7 %, freie Anlage 4 % pro Jahr nach Steuern und Kosten. Beträge gerundet.
Zwischen diesen beiden liegt eine Grauzone, etwa zwischen 45 und 55 Jahren. Dort entscheiden Details: Wie hoch ist dein Grenzsteuersatz wirklich? Willst du Rente oder Kapital? Wie gut verzinst deine Kasse? Planst du eine Frühpensionierung oder Wohneigentum? Mit dem Alter allein lässt sich die Frage nicht beantworten, aber es gibt die Richtung vor.
Was du vor dem Einkauf prüfen solltest
Verzinsung und Mindestzins
Für das Obligatorium gilt 2026 ein Mindestzins von 1,25 %. Für 2027 empfiehlt die BVG-Kommission 1,75 %, der Bundesrat entscheidet im Herbst. Einkäufe landen aber meist im überobligatorischen Teil, dort gilt kein Mindestzins. Schau, was deine Kasse in den letzten fünf Jahren tatsächlich gutgeschrieben hat.
Deckungsgrad der Kasse
Liegt er über 100 %, deckt die Kasse alle Verpflichtungen. Ende 2025 lag der Durchschnitt bei 117 %, privatrechtliche Kassen standen Mitte 2026 bei rund 124 %. Bei einer Unterdeckung kann die Kasse Sanierungsbeiträge erheben und tiefer verzinsen, auch auf eingekauftes Geld.
Drei Jahre Sperrfrist
Nach einem Einkauf darfst du drei Jahre lang kein Kapital beziehen, weder bei der Pensionierung noch für Wohneigentum. Sonst streicht die Steuerverwaltung den Abzug rückwirkend. Wer mit 65 Kapital beziehen will, macht den letzten Einkauf spätestens mit 62. Bei einer Rente gilt die Sperre nicht.
Rente oder Kapital
Beziehst du eine Rente, erhöht der Einkauf sie über den Umwandlungssatz, die Rente ist später voll als Einkommen steuerbar. Im überobligatorischen Teil liegt der Umwandlungssatz oft deutlich unter 6,8 %. Mehr dazu in Rente oder Kapital.
Gebundenes Geld
Bis zur Pensionierung kommst du nur in Ausnahmen an das Geld: Wohneigentum, Selbständigkeit oder Auswanderung ausserhalb Europas. Halte zuerst eine Reserve und prüfe, ob du die Säule 3a schon voll einzahlst, sie ist flexibler.
Vorbezug und Zuzug
Hast du Geld für Wohneigentum vorbezogen, musst du es zuerst zurückzahlen, bevor ein freiwilliger Einkauf möglich ist. Bist du aus dem Ausland zugezogen, darfst du in den ersten fünf Jahren höchstens 20 % des versicherten Lohns pro Jahr einkaufen.
Todesfall
Was mit eingekauftem Geld im Todesfall geschieht, regelt das Reglement deiner Kasse. Manche zahlen Einkäufe als Todesfallkapital aus, bei anderen bleibt Guthaben ohne rentenberechtigte Hinterlassene in der Kasse. Prüfe die Begünstigung, besonders im Konkubinat.
Steuern beim Bezug
Die Kapitalleistungssteuer hängt vom Wohnkanton beim Bezug und von der Höhe aller Bezüge im selben Jahr ab. Wer 3a-Konten und Pensionskasse in verschiedenen Jahren bezieht, zahlt in der Regel weniger. Plane den Bezug mit, nicht erst mit 64.
Bis wann musst du 2026 einzahlen?
Für den Steuerabzug 2026 zählt, dass das Geld bis zum 31. Dezember bei der Pensionskasse gutgeschrieben ist, nicht das Datum deiner Überweisung. Viele Kassen setzen eigene, frühere Termine, und die Bestätigung des Einkaufspotenzials dauert oft zwei bis drei Wochen. So gehst du vor:
- Bis Ende Oktober: Rechnung machenGrenzsteuersatz, Jahre bis zum Bezug und Verzinsung deiner Kasse klären. Der Rechner oben gibt dir die Richtung.
- Bis Mitte November: Einkaufspotenzial bestätigen lassenDie Kasse prüft, wie viel du einkaufen darfst, und nennt dir Frist und Zahlungsverbindung.
- Bis Anfang Dezember: überweisenLieber eine Woche zu früh als einen Tag zu spät. Kommt das Geld erst im Januar an, zählt der Abzug für 2027.
- Im Frühling: Abzug geltend machenDie Einkaufsbestätigung der Kasse legst du der Steuererklärung 2026 bei.
Bist du quellenbesteuert, musst du für den Abzug bis zum 31. März 2027 eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragen.
Fazit: Es kommt auf deine Situation an
Ein PK-Einkauf ist weder ein Muss noch ein Fehler. Er ist ein Tausch: Du gibst Flexibilität ab und bekommst dafür einen Steuervorteil, der umso mehr wert ist, je näher dein Bezug liegt. Mit Mitte 30 überzeugt mich ein Einkauf nur in Ausnahmefällen, etwa bei sehr hohem Einkommen und ohne Pläne für Wohneigentum. Ab etwa 55 rechnet er sich in den meisten Fällen, die wir sehen, vorausgesetzt die Kasse ist gesund und der Einkauf ist auf Bezug und Steuerprogression abgestimmt.
Dazwischen lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Vorsorgeausweis, deine Steuerrechnung und deine Pläne. Wenn du das nicht allein angehen willst, begleiten wir dich dabei, unabhängig, ohne Provisionen und ohne dir ein Produkt verkaufen zu wollen.
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Häufige Fragen zum PK-Einkauf
Lohnt sich ein PK-Einkauf 2026 noch?
Bis wann muss der PK-Einkauf für die Steuern 2026 bezahlt sein?
Wie viel Steuern spare ich mit einem PK-Einkauf?
Wie viel darf ich in die Pensionskasse einkaufen?
Was bedeutet die Sperrfrist von drei Jahren?
Ist es besser, in die Säule 3a oder in die Pensionskasse einzuzahlen?
Soll ich einen grossen Einkauf auf mehrere Jahre verteilen?
Ist mein Einkauf sicher, wenn die Pensionskasse in Unterdeckung gerät?
- Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG), Art. 79b (Einkauf, Sperrfrist): fedlex.admin.ch
- Verordnung über die berufliche Vorsorge (BVV 2), Art. 60a bis 60d (Einkaufsbetrag, Zuzug aus dem Ausland): fedlex.admin.ch
- Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge, Bericht zur finanziellen Lage der Vorsorgeeinrichtungen 2025: bsv.admin.ch
- Zürcher Kantonalbank, Swisscanto Pensionskassenstudie 2026: zkb.ch
- Bundesamt für Sozialversicherungen, Empfehlung der BVG-Kommission zum Mindestzinssatz 2027: bsv.admin.ch
- Steuerverwaltung Basel-Landschaft, FAQ Einkäufe in die Pensionskasse und Säule 3a: baselland.ch
- VZ VermögensZentrum, Dreijahresfrist nach PK-Einkauf: vermoegenszentrum.ch
- Zürcher Kantonalbank, Steuern auf Kapitalleistungen aus der Vorsorge: zkb.ch